Auch wenn sie sich der Menschheit nicht zu erkennen geben, weilen sie doch unter uns: Geister, Dämonen, Vampire und andere Kreaturen der Nacht. Nur wenige Menschen wissen von ihrer Existenz und noch weniger haben die Fähigkeit, gegen sie anzutreten. Die jungen Frauen Cain, Ella und Harper aber können es. Sie gehören zu den verschiedenen Gruppierungen der Hunter und haben alle ihre eigene Geschichte zu erzählen.

"Cain trat in den Gang und lächelte den Jungen an, der sie vorgehen ließ. Sein Blick brannte auf ihrem Hinterkopf, so dass sich Cain noch einmal umdrehte, denn sie konnte sich nicht erinnern, ihn je im Training gesehen zu haben. Sie erstarrte. Hatte sie soeben Warden Prinslo angelächelt?!
Etwas Hartes prallte gegen ihren Rücken und sie stolperte nach vorne. Doch bevor sie fiel, griff eine Hand nach ihrem Ellbogen, um sie festzuhalten. Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie geglaubt, es wäre Jules, der sie erneut vor einem Sturz bewahren wollte. Aber Jules war nicht hier. Langsam drehte Cain sich um und sah in die braun-grünen Augen, die sie zuvor angelächelt hatte.
»Zwei Stolperer an einem Tag. Willst du dein Blut den Vampiren nicht gleich freiwillig spenden?«"

04. Juni 2015 // 978-3-646-60155-8 // eBook 9,99€ // +1.000 Seiten

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LESEPROBE



Heute entscheidet sich mein Schicksal. Cain Blackwood tippte die Worte in ihr Smartphone ein und sendete sie an Twitter. Sie liebte es, ihren Followern mitzuteilen, was in ihr und ihrem Leben vorging. Allerdings musste sie auf der Hut sein, denn niemand durfte erfahren, was ihre Nachricht wirklich zu bedeuten hatte.

»Cain«, zischte Jules und verpasste ihr einen leichten Stoß mit dem Ellbogen.
»Was? Sie haben noch nicht angefangen«, erwiderte sie.
»Darum geht es nicht. Es ist respektlos, aus den heiligen Hallen heraus zu twittern!«

Cain rollte die Augen und schob das Handy in ihre Hosentasche. Das Auditorium war nicht heilig, auch wenn es einer Kirche ähnelte. Es gab einen steinernen Altar, der mit Gold, Silber, Bronze, Platin und Stahl verziert war. Die Metalle symbolisierten die fünf Gattungen der Hunter. Davor reihten sich Dutzende von unbequemen Holzbänken, die an diesem Tag bis auf den letzten Platz von den Familienangehörigen besetzt waren. Die Gespräche der Besucher hallten von den hohen Decken wider, aber anders als in einer Kirche gab es keine Kreuze und bunten Fenster, denn das Auditorium lag unter der Erde. Kein Mensch durfte erfahren, was sich in diesen vier Wänden abspielte.

»Tut mir leid, dass ich nicht so gelassen sein kann wie du«, sagte Jules und wischte sich die Hände an seiner Hose ab. Während Cain und die meisten anderen Hunter-Anwärter dunkle Farben trugen, hatte er sich für eine Kombination aus roter Jeans und einem blau-weiß gestreiften T-Shirt entschieden. Es war unmöglich, ihn zu übersehen, aber darauf legte Jules es an. Er genoss die Aufmerksamkeit, auch wenn ihm die Wahl seiner Kleidung schon das eine oder andere Mal Probleme bereitet hatte.
»Mach dir keine Sorgen. Es wird alles gut gehen.« Cain griff nach den Händen ihres Cousins, um ihn zu beruhigen. Die Leute hielten sie oft für Geschwister oder gar Zwillinge, denn sie waren gleich alt, besaßen dieselben braunen Haare mit einem leichten Rotstich, die bei Jules immer etwas besser gestylt waren als bei Cain, und ihre Augen hatten dasselbe klare Blau. Ihre Mütter waren Schwestern und Blood Hunter. Doch anders als Jules musste Cain nicht um ihr Erbe fürchten. Denn während seine Mutter einen gewöhnlichen Menschen geheiratet hatte, der kein Hunter-Gen in sich trug, hatte ihre eigene Mutter einen Moon Hunter zum Ehemann genommen. Für Cain stellte sich also nicht die Frage, ob sie eine Huntress war, sondern nur, was für eine Art Jäger sie sein würde. Würde sie zukünftig mit ihrem Vater durch die Gassen streifen, um Werwölfe zu erledigen? Oder würde sie mit ihrer Mutter Vampire pfählen?

Ein Gong ertönte und die Hunter im Saal erhoben sich. Cain sah über ihre Schulter und erhaschte einen Blick auf ihre Eltern und Jules' Mutter Olivia, die ihr aufgeregt zuwinkte. Jules' Vater durfte der Zeremonie nicht beiwohnen, da es Menschen verboten war, das Quartier der Hunter zu betreten, aber Cain wusste, dass er aus der Ferne mitfieberte. Er war stolz auf seinen ehrgeizigen Sohn, denn während andere 18-Jährige ihre Zeit mit Alkohol und Mädchen verbrachten, trainierte Jules jeden Tag hart, um ein Hunter zu werden. Neben dem Grundtraining, das sie alle im Verlauf ihrer regulären Highschoolzeit absolviert hatten, hatte er weitere Kampfkurse belegt und war den anderen Trainees damit um einiges voraus.

Hinter dem Altar öffnete sich eine Tür, drei Männer und zwei Frauen traten hervor. Jeder von ihnen repräsentierte eine Hunter-Gattung. Grant Straught, ein knochiger Mann Anfang sechzig, vertrat die Blood Hunter und Mildred Landis war die Oberste der Moon Hunter. Die anderen kannte Cain nicht, aber die Farben ihrer Roben verrieten, zu welchem Clan sie gehörten.


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